Weltmeisterschaften in Aiguebelette (Frankreich)

Überragend – Florian gewinnt WM-Gold!

In Kürze:

Mit gut einer Sekunde Vorsprung vor Frankreich und den USA hat der leichte Männerachter mit Florian Roller von der Stuttgarter RG WM-Gold gewonnen.

Der Leichtgewichts-Männerachter hatte bereits das Bahnverteilungsrennen am Dienstag gewonnen und ging somit als Favorit in das Finale. Nach anfänglichem Rückstand konnte sich das Boot des Deutschen Ruderverbandes in der zweiten Rennhälfte an die Spitze schieben und seinen Vorsprung im Ziel schließlich auf eine halbe Bootslänge ausbauen.

Und ausführlich:
Der Rudersport Weltverband „FISA“ trug vom 30.08. bis 06.09. seine Ruderweltmeisterschaften auf dem Lac d’Aiguebelette im Departement Savoie in Frankreich aus. Zirka 1300 Athleten aus 77 Nationen traten den Kampf um die Medaillen an. Die deutsche Nationalmannschaft war mit 25 Booten gemeldet. Davon sind 13 Boote den Männern, 9 Boote den Frauen und 3 Boote den Para Ruderinnen und Ruderern zugeordnet. 90 Deutsche Ruderinnen und Ruderer kämpfen in der nächsten Woche um Gold, Silber und Bronze.
Zum Team des DRV gehören 9 Ruderinnen und Ruderer aus Baden-Württemberg. (Maximilian Reinelt, Ulm Männerachter (M8+), Carina Bär, Heilbronn, Frauendoppelvierer (W4x), Kerstin Hartmann, Ulm, Frauenzweier ohne Stm. (W2-), Katrin Reinert, Heilbronn, Frauenvierer (W4-), Florian Roller, Stuttgart, Männerachter (Leichtgewicht) (LM8+), Leonie Pieper und Lena Müller, Ulm Frauendoppelvierer (LW4x), Inga Thöne, Ulm, Para Mixvierer mit Stm. (LTAMix4+), Björn Birkner Ersatzmann Rheinfelden.
Als einziger Ruderer der Region Stuttgart war Florian Roller von der Stuttgarter Rudergesellschaft mit im Aufgebot des DRV. Er startete im Deutschlandachter Leichtgewicht (LM8+). In dieser Bootsgattung dürfen die Ruderer ein Durchschnittsgewicht von 70 kg auf die Waage bringen. Das höchste Einzelgewicht beträgt 72,5 kg.
Der Deutschlandachter (offene Gewichtsklasse) und der deutsche Leichtgewichtsachter gingen auf dem Lac d‘Aiguebelette als Titelverteidiger an den Start. Bei der WM 2014 in Amsterdam hatten die deutschen Leichtgewichte, Italien mit 2,58 Sekunden geschlagen und auf Platz 2 verweisen.
Vom Weltmeister des Achter 2014, saßen noch vier Ruderer im Deutschen Boot. Die übrige Mannschaft hat seit Herbst letzten Jahres ihr Können auf den Ziel- und Prüfungsregatten des DRV bewiesen und sich für die Aufnahme in dieses Boot qualifiziert. Ralf Bockelmann wurde vom Bundestrainer Marcus Schwarzrock zum Bootstrainer des ernannt. Er hat im letzten Jahr den deutschen Männerachter (Leichtgewicht) zu Gold und zum WM-Titel geführt.
Zur unmittelbaren Wettkampfvorbereitung hatte der DRV die Ruderer des LM8+ zu zwei 14-tägigen Lehrgängen an den Olympiastützpunkt Rostock gerufen. Dort holte sich die Crew den letzten Feinschliff für die WM.
Der deutsche Achter, der als Vorlaufschnellster und amtierender Weltmeister zu den Favoriten im Feld zählte, kam sofort nach dem Start unter Druck des italienischen Achters, der sich sofort an die Spitze des Feldes setzte. Deutschland führte den Pulk der Verfolger an. Die Italiener konnten ihre Führung bis zur Hälfte der 2000m-Strecke behaupten, bevor der deutsche Achter den Kontakt wieder herstellen konnte und sich auf dem nächsten 500m-Stück von den Italienern befreien konnnte, die nach und nach auch unter den Druck der stärker werdenden Teams aus Frankreich und der USA gerieten. Der deutsche Achter behielt auf den letzten 500m seine Führung und wehrte alle Angrife des französischen Achters und der US-Boys ab. Frankereich und die USA lieferten sich im Sog des Deutschlandachters einen erbitterten Kampf um die Silbermedaille. Die bis 1000m führenden Italiener fielen zurück und konnten nur noch den türkischen Achter hinter sich lassen. Deutschland holte das ersehnte Gold mit etwas über einem Bugkasten Vorsprung vor den Franzosen, die hauchdünn vor den Amerikanern die Silbermedaille auf dem heimischen Lac d’Aiguebelette holten.
Für Florian Roller von der Stuttgarter Rudergesellschaft war es nach seinem letzten U-23-Jahr das erste Jahr in der offenen Männerklasse und das erste Jahr in der Riemenklasse, die im Rudersport salopp als „einarmiges“ Rudern bezeichnet wird, weil der Ruderer nur einen großes Ruder mit beiden Händen greift. Der 22jährige Leichtgewichtsruderer und Student der Luft- und Raumfahrttechnik aus Markröningen schlug im leichen Riemenbereich des Deutschen Ruderverbands ein wie eine Rakete und durch den vierten Platz auf der Deutschen Meisterschaft im Frühjahr im Zweier ohne Steuermann mit seinem Bootskollegen Tobias Schad aus Mühlheim ruderten sich beide in den Kreis der leichten Riemenruderer, die um die Plätze für den Zweier-ohne Steuermann, den „leichten“ Vierer und den „leichten“ Achter für die WM in Aiguebelette kämpften.
Nur der Leichtgewichtsvierer ist bei den Männern bis 72,5 kg eine olympische Bootsgattung und für Aiguebelette vertraute der Bundestrainer in dieser Bootsgattung auf eine nur auf einer Position veränderten Mannschaft im Vergleich zum Vorjahr. Nachdem aber der „leichte“ Vierer auf dem Lac d’Aiguebelette mit dem 13. Platz ein Waterloo erlebte und die direkte Olympiaqualifikation nicht erreicht wurde, dürften im Leichtgewichtsbereich der Männer die Karten wieder neu gemischt werden, wenn es um die Plätez im „leichten“ Vierer für Rio 2016 geht. Und da hat Florian Roller mit seinem Achtersieg und anerkannt guten physiologischen Werten nicht die schlechteste Ausgangssituation