„Gwäh“ ist nicht immer „gwäh“ oder: Die Vergangenheit als Ansporn für die Zukunft

Herbstfest 2014

Es mag auch an der gemütlichen und feierlichen Atmosphäre des Festsaals gelegen haben, die unsere neuen Pächter der Bootshaus-Gaststätte geschaffen haben. Mit Sicherheit aber an den diesjährigen Jubilaren und den vielen langjährigen treuen Mitgliedern, unserer zahlreich erschienenen Jugend und ehemaligen Jugend sowie den Ehrenmitgliedern, kurz an allen 95 Gästen, die zu unserem Herbstfest gekommen sind! Dieses Herbstfest war besonders feierlich und die Stimmung großartig!

Der zum Sektempfang einst immer so überfüllte Clubraum war zwar auch dieses Jahr von unserer Festwartin Mary, Uli, H.-D. und Dominik sehr einladend geschmückt, wurde aber meist nur zum Nachfüllen der Gläser genutzt. Alle fühlten sich sichtlich wohl im neu gestalteten Vereinsrestaurant Cassiopeia.

Nach eine kurzen Begrüßung durch unseren Vorsitzenden Wolfgang gaben sich alle – nichtsdestotrotz – zunächst der körperlichen Stärkung in Form eines Drei-Gänge-mit-Nachschlag-Menüs hin.

Trotz der vollgeschlagenen Bäuche konnten wir danach noch der Ehrung der diesjährigen Jubilare durch Sportvorstand Roland lauschen.

Leider nicht anwesend war unser Ehrenmitglied Paul Hagner, der bereits seit 70 Jahren Mitglied in der Stuttgarter RG ist! Er feierte zudem am Tag nach dem Herbstfest seinen 94. Geburtstag! Paul Hagner war aktiver Ruderer und als Finanzvorstand ehrenamtlich für unseren Verein tätig.

Unsere Silberjubilare Jörg Ottenbruch und Bernhard Rühling nahmen die Geschenke und die Ehrenadel für Ihre jeweils 25jährige Mitgliedschaft persönlich entgegen und schwelgten dann in den Erinnerungen ihrer Ruderkarrieren. Beide brachten aber auch auf sehr persönliche Art ihre Verbundenheit mit der Stuttgarter Rudergesellschaft zum Ausdruck.

So war es Jörg auch ein Anliegen, der nächsten Rudergeneration mit einer großzügigen Spende eines Steuerboardplatzes für den neuen Achter erneut unter die Arme zu greifen. Jörg war nicht nur erfolgreicher aktiver Ruderer, sondern hat bereits in der Vergangenheit viel für unseren Verein getan – wie es etwa auch unsere Boote „Otten“ und „Bruch“ vermuten lassen.

Auch Bernhard berichtete sichtlich begeistert von seiner aktiven Zeit in unserem Verein und fühlt sich auch noch heute, obwohl er schon lange sein Ruderrevier an den Rhein verlegt hat, der Stuttgarter RG verbunden. Bernhard nahm mit seinem Doppelzweier-Partner Ingo Euler, der an diesem Abend ebenfalls unter den Gästen war, sehr erfolgreich an internationalen Wettbewerben teil, allen voran der 4. Platz bei den olympischen Spielen in Sydney im Jahr 2000.

Nicht minder stolz waren wir auf unsere Leistungssportler bei deren anschließenden Ehrung für ihre sportlichen Erfolge, allen voran Florian Roller und Svenja Lemmhuis, die die Stuttgarter RG international erfolgreich vertraten.

An dieser Stelle war es dann Zeit, auch unserem Trainer Steffen Jacob und seinem fleißigen Helferlein Daniel Klüter einen besonderen Dank auszusprechen. Zwar waren die großartigen Erfolge unserer Sportler der vergangenen Jahre nach eigener Aussage eigentlich bereits Lob und Anerkennung genug. Dennoch war eine gewisse Rührung insbesondere bei Daniel nicht zu verkennen, als ihm sowohl Segam im Namen des Vereins als auch zusätzlich seine Schützlinge persönlich für seinen Einsatz dankten und er mit Geschenken von beiden Seiten bedacht wurde. Leider wird Daniel wohl zukünftig der RG nicht mehr als Trainer zur Verfügung stehen können. Wer das mehr bedauert, war an diesem Abend nicht auszumachen.

Nachdem nun annähernd alle Leistungssportler zur Ehrung auf die Bühne gerufen wurden, ergriff auch unser langjähriges Mitglied Thomas Weber – zwar in der irrigen Annahme, dass nicht jeder im Raum ihn kenne – das Wort und stimmte ein dreifaches Hipp Hipp Hurra auf die Sportler und die vergangene Saison an. Auch er konnte sich der feierlichen und auch etwas anrührenden Stimmung dieses Abends nicht erwehren. Und so verkündete er, dass er und seine Frau Renate ebenfalls für das Achterprojekt 2015 großzügig spenden werden. Nicht unwichtig war dabei, dass er erwähnte, dass die Spenden für den neuen Achter nicht nur den Leistungssportlern zu Gute kommen werden, sondern diese der RG ermöglichen, den alten Kalli – das Boot, nicht den Bootswart – zu behalten und es damit auch allen anderen Ruderern mit entsprechender Rudererfahrung ermöglicht wird, einen Rennachter zu nutzen.

Bei der anschließenden fotografischen Präsentation der letzten Saison von Peter Roller (siehe Beitrag „Unser Jahr 2014 in Bildern„) gab es leider keine Gelegenheit, die Ereignisse des vergangenen Jahres den Anwesenden etwas genauer näher zu bringen. Daher kamen auch meine Breitensportler und Wanderruderer an diesem Abend etwas zu kurz. Mit der erneut erfolgreichen Teilnahme bei den Achter-Regatten am Bodensee und in Starnberg sowie der Rallye du Canal du Midi war auch das Breitensportjahr bewegt und hat ebenso wie etwa das Skiff-Wochenende in Breisach erneut zur vielfältigen und aktiven Gestaltung des Vereinslebens beigetragen. Mehr noch, wurde in diesem Jahr die bestehende sportliche Kluft zwischen Breiten- und Leistungssportler erneut vielfach durch gemeinsame Aktivitäten in persönlicher Hinsicht überwunden. Denn neben den sportlichen Leistungen sind für eine gute Vereinsatmosphäre und den Zusammenhalt im Verein auch die Nebenschauplätze wichtig.

Daher nutze ich nun diesen Rahmen, um – gewissermaßen in eigener Sache – auch Euch, liebe Breitensportler, zu einem ebenfalls erfolgreichen Jahr zu gratulieren und mich bei Euch, liebe Leistungssportler, für Euren Einsatz bei den Ruderkursen und der Fortgeschrittenenbetreuung, als Steuerfrauen und -männer sowie als Aushilfen in Starnberg zu bedanken!

Auch hätte ich an diesem Abend gerne Thomas beigepflichtet und mich bei allen Spendern für den neuen Achter auch im Namen des Breitensports bedankt. Denn ich würde mich freuen, wenn es einer größeren Anzahl Ruderern im nächsten Jahr offen stehen würde, Kalli über den Neckar (und vielleicht auch andere Gewässer?!) gleiten zu lassen. Daher gehen Spenden für den neuen Achter also nur vermeintlich ausschließlich an den Leistungssport.

Der anschließende gemütliche Ausklang brachte für manche eine lange Nacht und vermutlichen einen kurzen Sonntag mit sich… Alles in allem ein gelungenes Fest!

Und darauf allen Gästen und unserer großartigen Festwartin Mary ein dreifach kräftiges Hipp Hipp Hurra! Hipp Hipp Hurra! Hipp Hipp Hurra!

 

Nachklapp:

Die selbst ernannten AHs haben ihre Ankündigung beim Fest wahr gemacht und sich am Sonntag mal wieder zum Rudern getroffen. Beweis in der Bildergalerie!

Außerdem hat Jörg für die neue Saison immer Donnerstags einen wöchentlichen Achter-Termin angeregt, der allen Ruderern offen steht. Der Termin wird – sobald der neue Achter tatsächlich da ist, denn noch reicht das Budget nicht ganz – im Ruderkalender (www.rk.strg1899.de; bei Interesse bitte Benutzername und Passwort anfragen) stehen. Dort sollten sich Interessierte eintragen, was für Ruderer und Steuerleute gleichermaßen gilt! Die bekannte „Entschädigung“ für Steuerleute gibt’s auch wieder, es lohnt sich also, liebe Jugend!