19. März 2016

The Head of the River Race

Im März kann die Themse noch ganz schön ungemütlich sein. An manchen Tagen machen Wind und Wellen das Rudern zu einem echten Abenteuer. Deshalb musste das altehrwürdige Achter-Rennen in London auch schon des Öfteren kurzfristig abgesagt werden. In diesem Jahr allerdings waren die äußeren Bedingungen wirklich gut und die Regatta konnte wie geplant stattfinden.

360 Achter aus Großbritannien, Irland, Ungarn, Portugal, Deutschland und der Schweiz hatten für das seit 1926 stattfindende Rennen gemeldet. Die Boote werden im Abstand von ca. 10 Sekunden auf die Strecke geschickt. Der Vorjahressieger eröffnet das Rennen mit einem fliegenden Start. Der sog. Championship Course in London erstreckt sich zwischen den Stadtteilen Mortlake und Putney. Die 6,8 km sind nicht nur für die Ruderer, sondern auch für die Steuerfrau eine echte Herausforderung.

HORR 2016

Die Ruderer der RG hatten sich akribisch auf die Aufgabe vorbereitet und mit Brielle Stark vom Cambridge University Boat Club eine optimale Besetzung für die Steuer-Position gefunden: Sie kennt die Themse und deren Strömungen ganz genau. Das Team der Stuttgarter RG traf bereits am Freitag ein und absolvierte die letzte Trainingseinheit mit Ersatzmann Emil Schmidberger. Dieser vertat den später anreisenden Dominic Imort und nutzte die Gelegenheit, sich den Klassiker auf der Themse aus der Nähe anzusehen.

Am Samstag Mittag ging der Stuttgarter Achter dann in der Originalbesetzung an den Start: Maximilian Hess, Christian Löffler, Benjamin Bogenschütz, Moritz Korthals, Dominic Imort, Gerhard Müller, Jakub Romaniak und Mathias Mages. Auf dem ersten Streckenabschnitt herrschten durch Seitenwind und Wellen anspruchsvollen Bedingungen. Es gelang dem Team jedoch sich an die voraus fahrenden Boote heranzuarbeiten. Kurz vor der Hammersmith Bridge, also ca. bei Streckenhälfte, konnten zwei Boote überholt werden. Nach einem harten Bord-an-Bord-Kampf gelang es den Stuttgartern auch noch ein Boot aus Ungarn hinter sich zu lassen. Mit ihren englischen Kommandos trieb die Steuerfrau die Ruderer entschlossen zum Endspurt an, um alle verbliebenen Kraftreserven zu mobilisieren. Mit einer Zeit von 18:37 Minuten landete die Mannschaft der Stuttgarter RG auf Platz 24 und belegte damit Platz zwei in der Kategorie der nichtenglischen Boote (Overseas Trophy)! Lediglich das Boot vom Regattaverband Ems-Jade-Weser war noch um drei Sekunden schneller.

Nach dem Rennen wurde das gute Ergebnis natürlich noch gebührend gefeiert. Im London Rowing Club versammelten sich alle feierwütigen Ruderteams und ließen sich das ein oder andere isotonische Sportgetränk schmecken. Mit der erbrachten Leistung übertreffen die Stuttgarter die Erwartungen und können zuversichtlich in die kommende Saison starten.

Moritz Korthals