UZ vom 8. Dezember 2012: Pilotprojekt im Rudersport!

Kooperation StCRC und StRG

Bad Cannstatt – Was während dieser Saison schon praktiziert wurde, wurde nun vertraglich besiegelt: Peter Wolfering, Vorstand des Stuttgart-Cannstatter Ruderclubs, und sein Amtskollege Wolfgang Becker von der Stuttgarter Rudergesellschaft aus Untertürkheim, unterzeichneten feierlich einen Vertrag zur Kooperation. Unter anderem will man das Rudern in Stuttgart weiter voranbringen und in Zukunft Deutsche Meister und vielleicht noch mehr hervorbringen.

Die beiden Vorstände Wolfgang Becker (links) und Peter Wolfering unterzeichneten den Kooperationsvertrag (Torsten Streib)

Die beiden Vorstände Wolfgang Becker (links) und Peter Wolfering unterzeichneten den Kooperationsvertrag (Foto: Torsten Streib)

Extra aus Ulm war Johanna Kienzerle, Vorsitzende des Landesruderverbandes Baden-Württemberg, angereist, um der feierlichen Unterzeichnung des „Kooperationsvertrages zur gemeinsamen Koordination der Aktivitäten in den Bereichen Jugend und Wettkampfbetrieb“ – wie der genaue Wortlaut des Dokumentes ist – beizuwohnen. „Das ist ein Pilotprojekt, das ich mir von anderen Städten zum Wohle des Rudersports wünschen würde“, so Kienzerle. Denn es gebe genügend Städte in Baden-Württemberg, die zwei Rudervereine hätten, aber ihr Kräfte aus Konkurrenzgründen nicht bündeln wollten. Dabei stehe der Landesverband in den nächsten Jahren in der Pflicht. „Insgesamt sieben Ruderer aus Baden-Württemberg saßen bei den Olympischen Spielen in London in einem deutschen Boot. Diese Zahl gilt es für Rio 2016 mindestens zu bestätigen. “An Olympische Spiele denkt man bei den „Blauen“ aus Untertürkheim und den „Roten“ aus Cannstatt indes noch nicht. Der erste Schritt der Kooperation sei das Durchführen gemeinsamer Sportangebote wie Rudertouren, Trainingslager und Renngemeinschaften, so Wolfering. „Langfristig haben wir deutsche Meistertitel in Renngemeinschaft im Visier“, sagt Becker. Der Schlüssel zum Erfolg und Bindeglied zwischen den Vereinen ist Koordinator Steffen Jacob. „Der Anspruch an eine qualitativ hochwertige Ausbildung und Betreuung der Jugend lässt sich zunehmend nicht mehr rein ehrenamtlich organisieren und gestalten, so ein weiterer Grund, warum sich beide Vereine für eine Zusammenarbeit und einen gemeinsamen Koordinator entschlossen haben. Jacob, der bislang eine halbe Stelle in Untertürkheim hatte, bekommt nun bei den Cannstattern ebenfalls einen halben Arbeitsplatz und soll die Nachwuchssportler sozusagen auf Erfolgskurs bringen. So wie er es bei der Rudergesellschaft bereits mit der Olympiateilnehmerin Nina Wengert und zuletzt mit Svenja Leemhuis, die bei den Juniorinnen zweifache Deutsche Meisterin wurde und WM-Teilnehmerin war, auch geschafft hat. „Er kennt durch seine wechselnden Trainertätigkeiten bei beiden Vereinen die Bedingungen bestens“, sagt Wolfering. Jacob arbeitet dabei eng mit den jeweils drei Trainern der Klubs, die die Ausbildung und das Training der Kinder und Junioren durchführen, zusammen. Er soll für sie Trainingspläne und die Wettkampfplanung erstellen, Kaderkontakte aufrechterhalten, die Renngemeinschaft abstimmen, Training und Trainingslager organisieren und dem Trainerteam beratend zur Seite stehen.

Unterstützt bei der Kooperation werden die neuen Partner von der Stadt Stuttgart. „Die vor drei Jahren verabschiedeten neuen Sportförderrichtlinien zielten eben auf solche Bündelungen der Kräfte ab“, sagte Stuttgarts Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann bei der Vertragsunterzeichnung. „Wir können nur die Vorgabe machen, die Vereine müssen diese Richtlinien leben. Die beiden Ruderclubs machen dies nun in vorbildlicher Weise.“ Dafür bekommen die Vereine auch gemäß den Sportförderrichtlinien der Stadt einen Personalzuschuss über drei Jahre. „Danach wollen wir Steffen Jacob selbst finanzieren.“

Trotz aller gemeinsamen Aktivitäten besteht immer noch ein gesunder Konkurrenzkampf zwischen den Klubs. So wurmt es Wolfering gewaltig, dass „die Blauen in den Vorjahren uns Roten stets beim Stadtachter besiegt haben“, lacht er.

Dieser Artikel erschien am 8. Dezember 2012 in der Untertürkheimer Zeitung.

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