Walter Bruns ist verstorben

Walter Bruns – die Seele der Stuttgarter Rudergesellschaft – starb am 6. Mai 2012, dem Tag des Rudersports, im 99. Lebensjahr in seinem Münchener Heim.

Dem Rudersport ist mit seinem Tod eine große Persönlichkeit verloren gegangen.

foto walter bruns

Mit 15 Jahren wurde Walter Bruns Mitglied in der Merseburger RG, wo er schnell Erfolge im Rennrudern erzielte, bis in die höchste Klasse. Von 1932 bis 1934, in München studierend, gehörte er dem Münchener RC am Starnberger See an. Beruflich verschlug es in 1936 nach Karlsruhe, wo er beim Rheinklub Alemannia ruderte. Nach einem Jahr kehrte er zurück nach Merseburg, war erfolgreich im Einer mit Höhepunkt in Berlin-Grünau als bester Deutscher.

Daraufhin meldete ihn sein Verein zur Deutschen Meisterschaft. An der Teilnahme hinderte ihn jedoch die Einberufung zur Wehrmacht, die auch 1939 die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele verhinderte, bei denen er im Doppelzweier starten sollte. Der Krieg machte Vieles zunichte. Schwer verletzt wurde als einer der letzten aus Stalingrad ausgeflogen.

1958 verließ Walter Bruns mit seiner Familie die DDR nach Stuttgart und wurde 1959 Mitglied der Stuttgarter RG. Auch hier startete er mit Erfolg auf vielen AH-Rennen. Am Wanderrudern hatte er viel Freue und förderte dies auch tatkräftig.

1972 wurde er 2. Vorsitzender, von 1975 bis 1985 leitete Walter Bruns die Geschicke der StRG dann als 1. Vorsitzender. In Würdigung seiner Verdienste wurde er 1987 zum Ehrenmitglied und 1991 zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Aktiv bis ins hohe Alter sah man ihn achzigjährig noch im Einer rudern.

Walter Bruns hatte für jeden ein offenes Ohr. Spruchreife Punkte und andere Informationen aus Vorstandssitzungen gab er gerne weiter und war stets dankbar für Anregungen der Vereinmitglieder.

Sein ehrenamtliches Tun war so vielfältig, dass es einzeln kaum aufgeführt werden kann. So schrieb er 1975 bis 1996 die Vereinschronik und war lange Jahre für Inhalt und Druck der Vereinszeitschrift „Die Barke“ verantwortlich.

1997 zog Walter Bruns mit seiner Frau Käte, die seit 1978 ebenfalls RG-Mitglied ist, zu den Kindern nach München. Nach über 60 Jahren begann eine zweite Mitgliedschaft beim Münchener Ruder-Club, wo er noch auf alte Bekannte stieß. Bis 2001 saß er noch als 88-Jähriger mit MRC-Kameraden im Vierer auf dem Starnberger See. Nachdem seine Altersgefährten starben und Einerrudern wegen Sehschwäche ausschied, verließ Walter Bruns 2002 schweren Herzens den MRC, blieb aber der StRG weiter treu.

Auf seinem Heimrudergerät machte er noch jahrelang seine täglichen Ruderübungen und verlegte sich mehr aufs Wandern zu den nahe gelegenen Bergen, bis ihm das Gehen schwer viel.

Käte und Walter Bruns zogen schließlich in ein Münchener Heim, wo er das Lebensende erreichte.

Walter Bruns pflegte Freundschaft, Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft und lebte sie selbst vor. Er hat sich um das Rudern verdient gemacht.

Rudi Neumann

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