Im Achter auf Tour (Teil 1 und 2)

Roseninselachter und Langstreckenregatta in der Schweiz

Das kann es ja nicht gewesen sein, dachten wir, als wir im September voller Tatendrang zum Roseninselachter an den Starnberger See reisten – und die Regatta dann wegen eines Sturms abgesagt wurde. Die Boote der ersten Abteilung, Gig wie Rennboote, waren nach 300 m vollgeschlagen und wir durften noch nicht mal aufs Wasser. Zwar konnten wir die spontan ausgeschriebene 8 x 1000 m Ergo-Staffel in unserer Altersklasse gewinnen, aber: Das konnte es ja nicht gewesen sein!

Im Festzelt sprachen uns anschließend die Ruderer des Seeclubs Zürich an, ob wir nicht an ihrer „Ultimate Winter Challenge“ Anfang Dezember teilnehmen wollten, dem härtesten Rennen der Schweiz. Und ob wir das wollten!

Als dann aus der Bierlaune Ernst wurde, fingen die ersten an, sich über die 11 km lange Strecke Gedanken zu machen. Anderen grauste es eher vor dem Einsetzen des Bootes in den Rhein, denn in Ermangelung eines Steges muss das Boot barfuss ins eiskalte Wasser getragen werden. Aber es half nichts, wir wollten das durchziehen! Unser Ziel: Nicht Letzter werden!

Mit dem Konrad’schen Mannschaftsbus machten wir uns also in winterlichem Wetter auf den Weg nach Eglisau im Kanton Schaffhausen. Einer denkwürdigen Übernachtung im Zivilschutzbunker folgte der langersehnte Regattatag. Strahlender Sonnenschein und knackiger Frost erwarteten uns in Ellikon, dem Startort der Regatta. Außer uns hatten noch 26 weitere Achter-Teams den Weg hierher gefunden, acht andere waren wegen der schwierigen Witterungsbedingungen gar nicht erst angereist.

Dann ging es los. Ein Team nach dem anderen stieg mit dem Achter unter Gebrüll in den 4°C kalten Rhein, dann jeder noch mal raus, Riemen holen, in die Dolle einlegen, schnell ins Boot retten und Füße abtrocknen. Einige Schläge stromaufwärts gerudert und schon war der Start, der dank GPS-Sendern fliegend vonstatten ging.

Als Favoriten gingen bei den Männern der Crefelder RC, Sieger der Ruderbundesliga 2010, und bei den Frauen die holländische Nationalmannschaft in das Rennen – und die Stuttgarter RG mit einer Breitensportmannschaft mittendrin…

Die Regatta-Strecke hielt für unsere Steuerfrau Anika einige recht interessante Passagen parat, die sie aber gewohnt routiniert in einer nahezu perfekten Linie umsteuerte. Danke, Anika, dass Du trotz Fieber und dicker Erkältung mitgekommen bist und uns wie immer toll gesteuert hast!

Und dann waren wir auch schon im Ziel, etwas überrascht, dass es schon vorbei war. So schnell waren wir noch nie unterwegs. Auf der Anzeigetafel erschien unser vorletzter Platz – Ziel erreicht!

Festzelt, gemeinsames Abendessen mit den anderen Teams beim Grashoppers Ruderclub und schließlich Zürcher Nachtleben waren dann die weiteren Stationen dieses großartigen Tages – Katerfrühstück und Rückfahrt die des folgenden Tages…

Danke, Jo und Annette, für die super Organisation des Wochenendes!

Danke, Konrad, dass Du uns mit dem Daimlersprinter sicher durch den Winter gebracht hast!

Und schließlich Danke an alle, dass wir den Rennachter für diese Tour mitnehmen konnten!

Übrigens, der Rennverlauf kann im Internet unter www.langstrecke.ch, Race replay, oder gleich hier nachverfolgt werden.

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